Wirtschaft begrüßt Altmaiers Forderungen zum Netzausbau

IHK NRW: Ohne entschiedene Maßnahmen beim Netzausbau werden die Ziele der Energiewende verfehlt.

IHK NRW, die Landesarbeitsgemeinschaft der nordrhein-westfälischen Industrie- und Handelskammern, begrüßt den Vorstoß von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Maß-nahmen zu ergreifen, um den Ausbau der Stromnetze zu beschleunigen.

„Während der Ausbau der erneuerbaren Energien zügig voranschreitet, hinken wir beim dafür dringend notwendigen Netzausbau deutlich hinterher“, so Stefan Schreiber, IHK-Federführer für Energie und Klimaschutz NRW. „Der Netzausbau ist aber gerade für das Industrieland NRW die Achillesverse der Energiewende – ohne den Aus- und Neubau von Trassen ist es unmöglich, den regenerativ erzeugten Strom aus dem Norden auch zu den Verbrauchern zu transportieren.“ Auch der Klimaschutz wird letztlich durch zu langsamen Netzausbau ausgebremst.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind von 5.900 km, die bislang per Bundesgesetz als Bedarf festgestellt wurden (davon rund 3.000 km Netzverstärkungen und rund 2.900 km Netzneubau) lediglich etwa 150 km realisiert. Die Probleme sind vielfältig: Trotz Straffungen nehmen die Planungs- und Genehmigungsverfahren nach wie vor zu viel Zeit in Anspruch. Durch die 2015 getroffene Entscheidung, einen Teil der Leitungen als Erdkabel auszufüh-ren, mussten die jeweiligen Verfahren wieder von vorne beginnen.

IHK NRW sieht in dem von Wirtschaftsminister Altmaier vorgelegten „Aktionsplan Stromnetz“ ein wichtiges Signal. Neben der weiteren Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren sieht der Plan auch vor, durch ein verbessertes Monitoring die Auslas-tung der vorhandenen Stromnetze zu optimieren.

„Der Plan enthält viele positive Aspekte, gerade mit Blick auf kurzfristig umsetzbare Optimierungen“, so Schreiber. „Gewünscht hätten wir uns zum einen jedoch einen konkreten Zeitplan zur Umsetzung der Maßnahmen, zum anderen bleibt offen, wie die Akzeptanz in der Bevölkerung gesteigert werden soll.“

Thesen zum Netzausbau sowie zu weiteren energie- und klimapolitischen Themen hat IHK NRW in seinem Positionspapier „Energie für NRW“ dargelegt.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.