Unternehmerinnen stärken die Wirtschaft in NRW

  • Ministerin Scharrenbach setzt Besuchsreise zu Unternehmerinnen fort
  • Frauen mit Durchsetzungskraft bringen Wirtschaft in NRW voran
  • IHKs in NRW fördern gezielt die Netzwerkarbeit

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, setzte heute ihre Gespräche mit Unternehmerinnen in NRW fort, die sie im Januar auf einer ersten Besuchsreise begonnen hatte. Dieses Mal führte sie der erste Meinungsaustausch zu Eva-Maria Lindemann, Geschäftsführerin des Familienunternehmens „von Dammann“ in Nottuln, das Accessoires für ein „schönes Zuhause“, eine Modekollektion sowie Dessous und Wäsche verkauft. Anschließend besuchte die Ministerin Barbara Jentschura, Geschäftsführerin der Jentschura International GmbH, einem Hersteller natürlicher Körperpflegeprodukte und Lebensmittel in Münster. Ministerin Scharrenbach geben diese Gespräche wichtige Impulse für ihre Arbeit: „Mir ist der Austausch und das Gespräch mit Frauen wichtig, die sich in gemeinhin als schwierig geltenden Sektoren gegen wesentlich größere Konkurrenten behaupten. Dabei interessiert mich besonders, wie Netzwerke unter Frauen helfen können, Ideen und Kooperationen zu entwickeln, Die Landesregierung will zudem gemeinsam mit den IHKs Frauen sowohl für öffentliche Ehrenämter stärken als auch mit den konkreten Möglichkeiten eines solchen Amtes stärker im öffentlichen Leben sichtbar werden lassen.“

Begleitet wurde die Besuchsreise von Jutta Kruft-Lohrengel, der geschäftsführenden Gesellschafterin des Autohauses Kruft GmbH in Oberhausen und Präsidentin der IHK zu Essen sowie Vize-Präsidentin der IHK NRW, wo sie sich insbesondere für die Belange von Frauen in der Wirtschaft und im Ehrenamt engagiert. „Eva-Maria Lindemann und Barbara Jentschura behaupten sich mit Mut und Tatkraft in sehr wettbewerbsintensiven Branchen“, sagte Kruft-Lohrengel. „Daneben setzen sie sich gesellschaftlich und sozial ein. Für mich sind sie so ein hervorragendes Bespiel, wie Frauen die Wirtschaft in NRW voranbringen können.“ Die Industrie- und Handelskammern in NRW fördern seit Jahren das Engagement von Frauen im Ehrenamt, um ihre Erfahrungen in die Kammerarbeit miteinzubringen.

Eva-Maria Lindemann führt das in den 50-Jahren gegründete Familienunternehmen dammann seit 1991. Dabei hat sie es geschafft, sich eine Stammkundschaft zu erarbeiten, die auch aus dem weiterem Umland in das kleine Barockdorf kommt, um „alles rund um ein schönes Zuhause sowie eine ausgewählte Modekollektion und in einem weiteren Fachgeschäft hochwertige Wäsche und Dessous zu kaufen“, wie Lindemann erklärt. „Gerade im Handel wird die Situation immer schwieriger und man muss sich bewegen, um zu bestehen und auch um unseren Ortskern lebendig zu halten“, sagt die Inhaberin. Dazu gehören etwa eine „italienische Nacht“, die sie mit anderen Geschäftsleuten aus Nottuln organisiert, oder eine aufwändige Weihnachtsdekoration, für deren Gestaltung sie im Oktober für drei Tage ihr Geschäft schließt – „damit habe ich mir mittlerweile einen Namen gemacht“. Seit mehr als einem Jahr ist Tochter Anna (24) im Betrieb engagiert und leitet den Online-Shop des Familienbetriebs, womit die dritte Generation in die Führung eingestiegen ist.

Barbara Jentschura ist seit Oktober 2017 Geschäftsführerin der Jentschura International GmbH, dem münsterischen Hersteller natürlicher Körperpflegeprodukte und Lebensmittel, das heute in mehr als zwei Dutzend Länder exportiert. Ihre Auslandserfahrung unter anderem im Mittleren Osten hilft Jentschura bei ihrer Aufgabe. Zudem ist Jentschura im Netzwerk „Frauen (u)Unternehmen e.V.“, aktiv. Das Netzwerk, das sich über die Münsterland-Region hinauswachsender Beliebtheit erfreut, versteht sich als westfälisches Forum für Unternehmerinnen und weibliche Führungskräfte. „Wir streben aktiv die Stärkung von Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen an“, so Dagmar Merfort, die Vorsitzende des Netzwerkes, das eng mit der IHK Nord Westfalen zusammenarbeitet. Um das Anliegen von Ministerin Scharrenbach zu unterstützen, Frauen für öffentliche Ehrenämter zu überzeugen, gewann Barbara Jentschura bereits im Vorfeld die Clubfrauen des Netzwerkes Frauen u(U)nternehmen für eine Teilnahme an dem Treffen. Diese versprachen, das Anliegen der Ministerin in einer eigenen Veranstaltung aufzugreifen.

Empfangen wurden die Gäste in Münster-Roxel zum veganen Lunch in dem aus ökologischen Baumaterialien errichteten Firmengebäude. „Gleichberechtigung bezieht sich für uns auf das Verhältnis zwischen Menschen, aber auch auf das Verhältnis zwischen Mensch und Natur“, so Jentschura.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.