Unternehmen sehen sich auf gutem Weg in die Digitalisierung

  • Mehr als 60 Prozent sehen Chancen durch neue Geschäftsmodelle
  • Sicherheit und Investitionsbedarf Haupthemmnis für weitere Entwicklung
  • Unternehmen gehen Herausforderungen aktiv an

Gut 60 Prozent der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sehen sich selbst auf einem guten Weg in die Digitalisierung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von IHK NRW bei knapp 300 Unternehmen im Land. Ziel der Erhebung war es, eine Standortbestimmung der Unternehmen in NRW auf ihrem Weg in die Digitalisierung vorzunehmen. „Und hier liegt unser Land im guten Durchschnitt der Bundesrepublik“, sagt Dr. Ralf Mittelstädt, der Hauptgeschäftsführer von IHK NRW. „Die Unternehmen haben die Chancen der Digitalisierung erkannt. Dies zeigen unter anderem die hohe Bereitschaft zur Weiterbildung, aber auch die Sensibilität für Sicherheitsrisiken.“

Aktuell sehen sich immerhin drei Prozent der befragten Unternehmen als „digital voll entwickelt“, 21 Prozent als „nahezu voll entwickelt“ (siehe Grafik). Vorreiter sind hier erwartungsgemäß die Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnologie, die sich zu 83 Prozent in der Stufe 1 oder 2 einordnen. Schwerer fällt der Schritt in das digitale Zeitalter derzeit noch den Unternehmen aus dem Verkehrs- und Baubereich.

Insgesamt stehen die Unternehmen der Digitalisierung positiv gegenüber. Zwar sehen 47 Prozent durch die digitalen Geschäftsmodelle neue Konkurrenz entstehen, doch 62 Prozent sehen neue Chancen für ihre Geschäfte und 40 Prozent gehen von steigenden Umsätzen aus, lediglich sechs Prozent erwarten sinkende Umsätze.

Auffallend ist, dass grundsätzlich eine große Offenheit gegenüber der Digitalisierung besteht, aber gleichzeitig eine weitgehende Skepsis hinsichtlich des Nutzens und der technischen Reife der angebotenen Lösungen herrscht. So sehen 80 Prozent der befragten Unternehmen noch nicht gelöste Hemmnisse beim Einsatz von CloudAnwendungen, während nur 65 Prozent diese einsetzen. Anscheinend verzichten einige der Befragten auf den Einsatz, weil sie die Technik noch nicht für ausreichend ausgetestet und erprobt halten.

Das größte Hemmnis für den Einsatz ist aktuell die Sorgen um die IT-Sicherheit. Dies gilt insbesondere für den Rückgriff auf die Cloud, wo 39 Prozent das größte Hindernis in der IT-Sicherheit sehen, sowie für die Massendatenverarbeitung, wo 23 Prozent das größte Hindernis in der Sicherheit erkennen. Der zweite Punkt sind die hohen Investitionskosten, die insbesondere für den Einsatz in dem Bereich vernetzter Prozesse und Produkte zum Tragen kommen. Hier sehen 30 Prozent das größte Hindernis. Gerade in der Industrie erfordert eine weitere Vernetzung Investitionen im gesamten Geschäftsprozess. Als ergänzendes Problem kommt hinzu, dass für viele Unternehmen noch immer eine hohe Unsicherheit hinsichtlich der erforderlichen technischen Standards etwa von Schnittstellen (19 Prozent) besteht.

Positiv zu bewerten ist, dass die Unternehmen die Probleme angehen, um das Tempo ihrer Digitalisierung weiter erhöhen zu können. So wollen 83 Prozent ihre Aktivitäten zur Weiterbildung ihrer Mitarbeiter erhöhen, 77 Prozent ihre Investitionen zur Stärkung der Digitalisierung ausbauen und 69 Prozent Maßnahmen zur Reduktion der Sicherheitsrisiken ergreifen. „Diese Zahlen zeigen, dass die Wirtschaft in NRW die Herausforderungen der Digitalisierung aktiv angeht“, sagt Ralf Mittelstädt. „Das stimmt uns optimistisch, dass die Unternehmen die Herausforderungen meistern werden.“

Die Industrie- und Handelskammern in NRW informieren insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen über aktuelle Entwicklungen und Trends und wirken auf die notwendigen Anpassungen rechtlicher wie auch infrastruktureller Rahmenbedingungen hin, damit den Unternehmen in NRW der Schritt in das digitale Zeitalter gelingt.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in NordrheinWestfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.