Presseinformation zur Landtagswahl

Der Auftrag für die nächsten fünf Jahre lautet: "Wirtschaftsstandort NRW fit machen"

  • Ralf Kersting, Präsident der IHK NRW, zum Ergebnis der Landtagswahl in NRW: „Masterplan Wirtschaft hat Priorität“
  • Aktuelle Unternehmensbefragung zeigt: Größter Handlungsbedarf bei Bildung/Fachkräftesicherung, Infrastruktur und Bürokratieabbau

Am Wahlabend kommentiert Ralf Kersting, Präsident von IHK NRW, den Ausgang der Land- tagswahl: „Nach der Wahl können nun die Weichen für den Wirtschaftsstandort NRW neu gestellt werden. Ich hoffe, dass die zu bildende Landesregierung in den kommenden fünf Jahren ihre Chancen nutzt, um NRW zum Impulsgeber für Deutschland zu machen“. Dies könne nur mit einer starken und wettbewerbsfähigen Wirtschaft gelingen, so Kersting weiter. In den Koalitionsverhandlungen gelte es, den Grundstein für den von der gesamten NRW- Wirtschaft geforderten Masterplan für die Wirtschaft zu legen, um NRW zu einem Vorreiter für Wachstum und Innovation zu machen.

Angesichts der Problemstellungen im Land dürfe – etwa mit Blick auf die Bundestagswahl – nicht mit der Regierungsbildung gezögert werden. Die drängenden Themen in NRW lägen alle im Verantwortungsbereich der neuen Landesregierung, wie auch eine aktuelle Befra- gung bei den IHK-Unternehmen zeigt: Zur Wahl identifizierten die IHKs in NRW in einer Un- ternehmensbefragung die drei wichtigsten Politikfelder für die kommende Landesregierung: Bildung, Infrastruktur und Bürokratieabbau.

Als TOP-Handlungsfeld werten die Unternehmen mit Abstand die Bildung und Fachkräftesicherung. Zwei Drittel der befragten Unternehmen (68 Prozent) setzen darauf, dass die kom- mende Landesregierung die Angebote und Strukturen im Bereich Bildung nachhaltig gestal- tet. Die Frage nach einer verlässlichen Qualität spielt dabei eine große Rolle. Mit Blick auf die Fachkräftesicherung müssen insbesondere die Aktivitäten zur Stärkung der dualen Aus- bildung und zur Gewinnung neuer Zielgruppen für das duale System intensiviert werden, um den Bedarf der Unternehmen zu decken.

Bei der Infrastruktur sehen die Unternehmen angesichts von Staubelastung und steigender Flächenpreise als zweite TOP-Priorität daneben den größten Handlungsbedarf (54 Prozent). Die Sorge um die Funktionsfähigkeit der wichtigen Infrastrukturen treibt die Unterneh- men in allen Landesteilen in den Metropolen an Rhein und Ruhr wie auch in den ländlich ge- prägten Landesteilen um.Bei der Infrastruktur sehen die Unternehmen angesichts von Staubelastung und steigender Flächenpreise als zweite TOP-Priorität daneben den größten Handlungsbedarf (54 Prozent). Die Sorge um die Funktionsfähigkeit der wichtigen Infrastrukturen treibt die Unterneh- men in allen Landesteilen in den Metropolen an Rhein und Ruhr wie auch in den ländlich geprägten Landesteilen um.

Mehr Schwung wünschen sich die Unternehmen beim Ausbau einer leistungsfähigen Breit- bandinfrastruktur (25 Prozent). Der Bedarf nach einem schnelleren Breitband äußern vor al- lem die Unternehmen in den mehr ländlich geprägten Landesteilen. Hier sehen bis zu 40 Prozent der befragten Unternehmen in dem Ausbau der Breitbandinfrastruktur eines der drei Top-Themen für die kommende Landesregierung. Bei der Bewältigung der Digitalisierung blicken die Unternehmen dagegen weniger auf die Landesregierung (18 Prozent), sondern nehmen sich selbst stärker in der Pflicht.

Mit der industriellen Prägung in den Landesteilen steigt dagegen die Sorge der Unternehmen vor der Ausrichtung der Energiepolitik. Während über alle Unternehmen lediglich 16 Prozent der Befragten eine der drei TOP-Prioritäten in der Energiepolitik sehen, steigt der Anteil in den Regionen mit starken Industriebesatz auf 30 Prozent.

Als dritte TOP-Priorität setzen die Unternehmen darauf, dass die kommende Landesregie- rung den Abbau von Bürokratie wirksam angeht (52 Prozent). Durch einen Politikwechsel hin zu mehr „Vorfahrt für Unternehmen“ hoffen die Unternehmen auf sinkende Belastungen durch Gesetz und Verwaltungshandeln. Hier erwarten die Unternehmen weniger die eine große Maßnahme als vielmehr ein Umdenken bei vielen kleinen Regelungen mit dem Ziel, Unternehmern und Gründern das Handeln im Land deutlich zu vereinfachen.

Konkrete Ansatzpunkte für diese Handlungsfelder hat IHK NRW am 02.0512017 gemeinsam mit den Spitzenverbänden der NRW-Wirtschaft in dem Thesenpapier „Für einen Aufbruch für NRW“ vorgestellt. Das Thesenpapier finden Sie unter www.ihk-nrw.de.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein- Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregie- rung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.