IHK NRW: Warum wir stärker für Europa eintreten sollten!

Europäische Politik hat direkte Auswirkungen auf das Leben und Wirtschaften in Nordrhein-Westfalen: Der Großteil der für die NRW-Wirtschaft relevanten Gesetzesvorgaben wird in Brüssel geformt und in Deutschland lediglich umgesetzt. Viele aktuelle Herausforderungen und Problemen können nur noch grenzüberschreitend gelöst werden. Deshalb ist die Europawahl für kleine und mittlere Unternehmen sehr wichtig.

Anlässlich der Mitgliederversammlung von IHK NRW am 22.05. betont Thomas Meyer, Präsident von IHK NRW, die Bedeutung Europas nicht nur als Wirtschaftsfaktor: Seit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Jahr 1957 ringen die beteiligten Staaten um schwierige Kompromisse. Auch das beschert Europa die bislang längste Friedensperiode seiner Geschichte und sichert die notwendige politische Stabilität für erfolgreiches unternehmerisches Handeln. Die anstehenden Wahlen zum europäischen Parlament mitten in den noch laufenden Verhandlungen zum Austritt des vereinigten Königreichs aus der EU sind daher ein wichtiger Gradmesser für das Zusammenleben in Europa.

IHK_NRW_Mitgliederversammlung_04.jpg (Foto: Anna Schwarz)

Foto zeigt die Teilnehmer der IHK NRW Mitgliederversammlung am 22.05.2019

  • Die Europäische Union der Wirtschaftsfaktor für Nordrhein-Westfalen:
  • 65,7 Prozent der Exporte aus NRW gehen in die Länder der Europäischen Union (mit Großbritannien). Das entspricht jährlich 128,8 Milliarde Euro.
  • 848.300 Menschen aus der Europäischen Union leben und arbeiten aktuell in Nordrhein-Westfalen.
  • Rund 7.700 Unternehmen in Nordrhein-Westfalen mit über 770.000 Beschäftigten werden aus Ländern der Europäischen Union kontrolliert.
  • 51,3 Prozent der Exporteure beurteilen die Geschäftsperspektive in der Europäischen Union als gut. In keiner anderen Weltregion werden die Exportchancen so gut eingeschätzt.

Kurzgefasst: 10 gute Gründe der IHK-Organisation für die Europäische Union: (zusammengestellt von Freya Lemcke, DIHK in Brüssel)

  1. Der Binnenmarkt mit Zollunion senkt Kosten und Barrieren Durch den gemeinsamen europäischen Markt gibt es keine Zölle und weniger Hürden beim grenzüberschreitenden Handel mit Waren und Dienstleistungen.
  2. Keine Warteschlangen an der Grenze Die meisten EU-Staaten verzichten auf Basis des Schengener Abkommens auf Grenz- oder Passkontrollen. Auch Güter überqueren die Grenzen ohne Wartezeiten.
  3. Niederlassungsfreiheit für Unternehmen und Arbeitnehmer Die EU macht grenzüberschreitende Investitionen und Verträge einfacher: Betriebe und Bürger haben das Recht, sich EU-weit niederzulassen und wirtschaftlich tätig zu werden.
  4. Nur eine Währung innerhalb der Eurozone In 19 EU-Staaten zahlt man mit dem Euro. Somit fallen Umtauschgebühren und Wechselkursrisiken bei Transaktionen im Euroraum weg.
  5. Ein starker Global Player Als größter Wirtschaftsraum der Welt hat die EU auf globaler Ebene mehr Gewicht - etwa in internationalen Organisationen, bei der Verhandlung von Handelsabkommen, bei der Einigung auf Standards etc.
  6. Planungssicherheit durch angeglichene Rechtsrahmen Wer in einem anderen EU-Land wirtschaftlich tätig ist, muss wegen des gemeinsamen EU-Rechts weniger Anpassungen vornehmen. Das bedeutet auch geringeren Verwal-tungsaufwand und bietet besseren Schutz, etwa durch europaweite Patente.
  7. Förderung von Wachstum in schwächeren Regionen Mit Mitteln aus speziellen EU-Fonds werden Standortnachteile von struktur¬schwächeren Regionen ausgeglichen – auch in Deutschland. Das verbessert die Infrastruktur für die Wirtschaft vor Ort.
  8. Nachbarschaftspolitik – stabile Märkte jenseits der EU-Grenze Die EU trägt zur Stabilisierung und wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Nachbarn bei und erleichtert Wirtschaftsbeziehungen durch die Verbreitung ihrer Regeln und Standards.
  9. Innovationsvorsprung durch Forschungsförderung Mit Programmen wie Horizon 2020 fördert die EU grenzüberschreitende Spitzenforschung und unterstützt so innovative Unternehmen.
  10. Mehr als 60 Jahre Frieden und Stabilität Nicht nur ein Wirtschaftsfaktor: Seit der Gründung der Europäischen Wirtschafts-gemeinschaft im Jahr 1957 ringen die beteiligten Staaten manchmal um schwierige Kompromisse. Auch das beschert Europa die bislang längste Friedensperiode seiner Geschichte und damit politische Stabilität für unternehmer¬isches Handeln. Weitere Informationen und Positionen der IHK-Organisation zu aktuellen europapolitischen Themen finden Sie unter: https://www.dihk.de/themenfelder/international/europaeische-union/dihk-bruessel

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.