IHK NRW stellt neue energie- und klimapolitischen Leitlinien vor: Bekenntnis zu den Klimaschutzzielen

Die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen bekennt sich zu den Klimaschutzzielen und zur Energiewende, die für NRW als industrielles Kernland zugleich besondere Herausforderungen mit sich bringt. Diese Aussage ist Basis der energie- und klimapolitischen Leitlinien, die auf der vergangenen Mitgliederversammlung der IHK NRW verabschiedet wurden. Die Leitlinien leisten einen Beitrag zur politischen Diskussion und geben den Interessen der IHK-Mitgliedsunternehmen eine Stimme. „Damit die Energiewende in NRW ein Erfolg wird, braucht es einen marktorientierten, koordinierten und verlässlichen politischen Rahmen, eine sichere, leistungsfähige und integrierte Energieinfrastruktur und eine Energiepolitik, die auf die Unternehmen abgestimmt ist“, sagt Thomas Meyer, Präsident von IHK NRW.

Neben der politischen Arbeit bekräftigten die nordrhein-westfälischen Industrie- und Handelskammern ihren Willen und ihre Bereitschaft, ihre Mitgliedsunternehmen auch praktisch dabei zu unterstützen, die zahlreichen Herausforderungen rund um Energiewende und Klimaschutz zu bewältigen. Dazu zählen insbesondere Angebote zur Information und Beratung, etwa im Bereich der Energieeffizienz und Mobilität.

Zu dieser Arbeit gehören

  • die „Energie-Scouts“, zu denen pro Jahr mehr als 500 Auszubildende in NRW von den IHKs qualifiziert werden,
  • 16 Energieeffizienz-Netzwerken in denen rund 140 Unternehmen mitarbeiten,
  • die „ÖKO- PROFIT-Projekten“, mit denen die IHKs bislang 2.120 NRW-Unternehmen dabei unterstützten, ihre Energie- und Ressourceneffizienz zu erhöhen oder
  • das Umweltmanagementsystem nach EMAS, mit den sich bis heute 102 Unternehmen und Organisationen mit 243 Standorten in NRW haben zertifizieren lassen.

„Auf diese Weise helfen die IHKs, die klimapolitischen Ziele der Landesregierung vor Ort in den Unternehmen umzusetzen“, sagt Stefan Schreiber, fachpolitischer Sprecher für Energie und Klimaschutz von IHK NRW. „Die bisherigen Ergebnisse ermutigen uns, hier die Anstrengungen noch einmal zu erhöhen.“

Damit die Energiewende ein Erfolg wird, muss die Energie- und Klimaschutzpolitik jedoch sowohl auf internationaler und europäischer Ebene als auch auf Ebene des Bundes und der Länder wirksamer koordiniert werden. Ziele, Strategien, Instrumente und Maßnahmen müssen so weit wie möglich aufeinander abgestimmt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich diese nicht ergänzen, sondern kontraproduktiv wirken. “Maßnahmen und Instrumente müssen zwischen Land, Bund und EU koordiniert werden und aufeinander abgestimmt sein, sagt IHK NRW-Präsident Thomas Meyer. „Insbesondere benötigen die Unternehmen verlässliche, sichere und rechtskonforme Rahmenbedingungen, die ihre Entscheidungen planbar machen.“

Unbestritten ist, dass die Energiewende beträchtliche Investitionen erfordert, insbesondere für den Ausbau der erneuerbaren Energien, der Netze und der Energieinfrastruktur. Innerhalb der EU zahlen schon heute gewerbliche Verbraucher in Deutschland mit die höchsten Strompreise und den höchsten Anteil staatlich induzierter Preisbestandteile. Mit mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr allein beim Strompreis hat die Kostenbelastung ein immenses Niveau erreicht. Mit Sorge betrachten die IHKs daher die Diskussion um die geplante CO2-Abgabe, die ab dem Jahr 2021 nicht nur wie bisher Energiewirtschaft und Industrie belasten soll, sondern auch Gebäude und Verkehr. „Die an sich sinnvolle Bepreisung von klimaschädlichem CO2 darf die Wettbewerbsposition der NRW-Unternehmen nicht außer Acht lassen“, so Stefan Schreiber, der energiepolitische Sprecher von IHK NRW.

Die energie- und klimapolitischen Leitlinien von IHK NRW stehen Ihnen unter http://ihk-nrw.de/beitrag/die-energiewende-nrw-zum-erfolg-fuehren zur Verfügung.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.