IHK NRW Ausbildungsbericht 2017

Die duale Ausbildung gewinnt wieder an Attraktivität

  • 69.314 neue IHK-Ausbildungsverträge 2017 - plus 0,4 %
  • Die Hälfte der neuen Azubis konzentriert sich auf 10 Berufe
  • Auch viele (Fach-) Abiturienten erkennen Vorzüge der beruflichen Bildung
  • Zahl der ausländischen Azubis um mehr als 14 % gestiegen

Genau 69.314 junge Menschen entschieden sich im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen für eine Berufsausbildung in den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem leichten Plus von 0,4 Prozent. Das ist dem aktuellen Ausbildungsbericht 2017 der Industrie- und Handelskammern in NRW zu entnehmen, der heute veröffentlicht wurde. Der seit dem Jahr 2012 anhaltende Abwärtstrend ist damit gestoppt. Diese Entwicklung ist umso erfreulicher, als die Zahl der Schulabgänger in NRW im Jahr 2017 erneut um 2,9 Prozent nach unten ging. „Damit konnte der Anteil der Schulabgänger, die sich für eine duale Ausbildung entschieden, wieder erhöht werden“, sagt Thomas Meyer, Präsident von IHK NRW. „Unsere Bemühungen, für die Vorteile der beruflichen Bildung zu werben, tragen Früchte.“

Der beliebteste Beruf bei den Jugendlichen war im Jahr 2017 erneut der Kaufmann bzw. die Kauffrau im Einzelhandel mit 6.395 neuen Ausbildungsverhältnissen. Insgesamt konzentriert sich gut die Hälfte der neuen Auszubildenden im Zuständigkeitsbereich der Industrie- und Handelskammern auf zehn Ausbildungsberufe. Dabei ist die Angebotspalette mit insgesamt 150 IHK-Berufen breit. Eine systematische Berufsorientierung, wie sie durch die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ oder durch die „Ausbildungsbotschafter“ sichergestellt wird, ist deshalb von großer Bedeutung.

Knapp die Hälfte der neuen Lehrlinge des Jahres 2017 verfügt über die Fachhochschulreife beziehungsweise die allgemeine Hochschulreife. Dies zeigt, dass auch Schulabgänger mit (Fach-) Abitur die Vorzüge einer betrieblichen Ausbildung erkennen. Vier Prozent der neuen Auszubildenden fanden auch ohne Schulabschluss den Weg in die Lehre, drei Prozent der neuen Azubis verfügten über einen im Ausland erworbenen Schulabschluss. Ihre Zahl erhöhte sich deutlich, und zwar von 1066 im Jahr 2016 auf 1685 im vergangenen Jahr.

In Anbetracht des in den vergangenen Jahren erfolgten Zuzugs von Geflüchteten in die Bundesrepublik beziehungsweise nach Nordrhein-Westfalen beleuchtet der diesjährige Ausbildungsbericht auch erstmalig die Nationalitäten der bei den Industrie- und Handelskammern gemeldeten Auszubildenden. So verfügten zum Ende des vergangenen Jahres 11.303 Auszubildende über eine ausländische Staatsangehörigkeit. Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der Ausländer unter den Auszubildenden um 1.421, beziehungsweise gut 14 Prozent, gestiegen. Betrachtet man nur die acht vorrangigen nichteuropäischen Asylherkunftsländer, so fällt auf, dass neben Syrern insbesondere Afghanen in nordrhein-westfälischen Betrieben ausgebildet werden. 494 Syrer und 420 Afghanen befanden sich zum Stichtag (31.12.2017) in einer dualen Ausbildung in den IHK-Berufen in NRW. Insgesamt verfügen 1.433 Auszubildende über eine Staatsangehörigkeit aus den acht Haupt-Asylherkunftsländern. „Die Integration von Geflüchteten in Ausbildung nimmt Fahrt auf“, so Thomas Meyer.