IHK-Innovationstag 2018

Elektromobilität wird die Mobilität in unseren Städten drastisch verändern: Darüber waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion im Rahmen des diesjährigen Innovationstages der nordrhein-westfälischen Industrie- und Handelskammern (IHK) einig. Unter dem Titel „NRW auf dem Weg in die Elektromobilität“ diskutierten die Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen (WZL) über innerstädtische sowie umweltschonende Mobilität.

Vor etwa 170 Gästen erörterten sie, wo das Land Nordrhein-Westfalen in Sachen Elektromobilität steht und welche Pläne es für die Zukunft gibt. Professor Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte, wie wichtig die Elektromobilität ist: „Sie ist nicht nur Innovationstreiber für die Mobilität der Zukunft, sondern auch ein Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele.“ Angesichts drohender Fahrverbote in den Städten habe die Landesregierung 100 Millionen Euro für innovative Projekte des kommunalen Klimaschutzes bereitgestellt, sagte Pinkwart. „Speziell für den Ausbau der Elektromobilität haben wir zusätzlich 20 Millionen Euro bewilligt. Und erste Studien haben bereits gezeigt: Mit solchen Anreizen bekommen wir Elektro-Autos auf die Straßen“, erklärte der Minister.

Die Voraussetzungen dafür seien in Nordrhein-Westfalen optimal, sagte Wolfgang Mainz, Präsident der IHK Aachen, in seiner Begrüßungsrede: „Es gilt, die guten Ideen aus den Betrieben und die Erkenntnisse aus der Wissenschaft in Wertschöpfung umzuwandeln. Dazu benötigen wir Fachkräfte und Gewerbeflächen sowie mutige und lösungsorientierte Partner in Politik und Verwaltung.“ Die Elektromobilität biete Nordrhein-Westfalen die Chance, zu einem innovativen Automobilstandort zu werden.

Die Zukunft elektrisch angetriebener Fahrzeuge sieht der Aachener Professor Dr. Günter Schuh, der den „e.GO“ auf den Markt gebracht hat, dabei vor allem im innerstädtischen Verkehr. Während der Verbrennungsmotor auf Langstrecken seiner Ansicht nach weiterhin eine große Rolle spielen werde, seien E-Mobile aufgrund ihrer emissionsfreien und nahezu geräuschlosen Fahrweise besonders für die Stadt geeignet.

Neben der Entwicklung von Fahrzeugmodellen seien Deutschland und das Land Nordrhein-Westfalen auch in Bezug auf die Antriebtechnologie im weltweiten Vergleich führend, erläuterte Ingo Olschewski, Leiter Strategie und Beratung der „fka Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbh“. Die Zellfertigung für Batterien, das Herzstück von Elektrofahrzeugen, werde dagegen noch eindeutig von asiatischen Herstellern dominiert. Um aufzuholen, arbeiten in Düren nach Angaben von Olschewski derzeit in einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 5,5 Millionen Euro geförderten Initiative insgesamt 17 Unternehmen und Forschungsinstitute aus ganz Deutschland daran, eine Großserienproduktion von Lithium-Ionen-Zellen in einer Fabrik umzusetzen.

Einig waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion, dass die Ladeinfrastruktur in NRW deutlich ausgebaut werden müsse. In diesem Zusammenhang wies Wirtschaftsminister Pinkwart darauf hin, dass das Land noch bis zum 30. Juni Unternehmen und Kommunen bei der Schaffung öffentlicher Ladesäulen mit 40 Prozent der Investitionskosten fördert. Darüber hinaus – so der Konsens der Podiumsdiskussion – müsse es das Ziel sein, weiter an der Entwicklung von Batterien sowie der kostengünstigen Produktion von Fahrzeugen zu arbeiten. Denn, so erläuterte Professor Schuh schmunzelnd: „Akzeptanz für Elektromobilität wird durch den Spaßfaktor für den Fahrer geschaffen – und nicht durch Verbote anderer Formen der Mobilität.