Corona-Blitzumfrage: Belastung der NRW-Wirtschaft steigt

Im Rahmen einer Blitzumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Unternehmen, an der sich rund 2.000 Unternehmen aus NRW beteiligt haben, werden die Belastungen für die NRW-Wirtschaft deutlich: Rund 45 Prozent der befragten Unternehmen erwarten einen Umsatzrückgang im Jahr 2020 als Folge des Coronavirus.

„Vor allem kleinere Unternehmen kann es sehr schnell, sehr hart treffen. Sie verfügen nicht über die notwendigen Reserven – finanziell und personell – um die unerwarteten Nachfrageausfälle ausgleichen zu können.“, sagt Dr. Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer von IHK NRW.

Laut der Umfrage spüren bereits 50 Prozent derzeit akute Auswirkungen. Vor allem die Absage von Messen und Veranstaltungen (38 %), Krankheitsausfälle (33 %), aber auch eine allgemeine sinkende Kaufbereitschaft nach Produkten und Dienstleistungen (31 %) wirken sich negativ auf die Geschäfte aus. Stark betroffen sind auch Unternehmen, die auf Importe aus China angewiesen sind. Den Unternehmen gelingt es nur selten, kurzfristig alternative Bezugsmöglichkeiten zu schaffen.

„In der Kürze der Zeit ist die Umstellung einer Produktion fast unmöglich und ein enormer Kostenfaktor, zumal Kapazität und Qualität stimmen müssen. Hinzu kommt, dass durch Einschränkungen des internationalen Warenverkehrs die Lieferketten immer schwerer zu planen sind“, so Mittelstädt weiter.

„Was wir jetzt brauchen sind vor allem einfach, unbürokratische Antragsverfahren bei Unterstützungsmaßnahmen.“

36 Prozent der Befragten halten eine staatliche Unterstützung derzeit noch für nicht erforderlich. Ebenso viele (34 Prozent) fürchten jedoch auch, auf finanzielle Überbrückungshilfen angewiesen zu sein. Mittelstädt fordert daher:

„Da die Unternehmen etwa bei Quarantänemaßnahmen oder bei der Absage von Veranstaltungen unter Umständen sehr kurzfristig betroffen sind, müssen auch die Unterstützungsmaßnahmen einfach und flexibel nutzbar sein. Innerhalb der notwendigen Schutzmaßnahmen benötigen die Unternehmen schnell einen Rahmen, der Ihnen Planungssicherheit bietet.“

Informationen und Hinweise zum Coronavirus für Unternehmen finden Sie hier.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.