Auszubildende bekommen lange gefordertes Azubi-Ticket für NRW

Die NRW-Koalition führt zum Start des Ausbildungsjahres 2019 das im Koalitionsvertrag an-gekündigte Azubi-Ticket für ganz Nordrhein-Westfalen ein. Die heute von Landesverkehrs-minister Hendrik Wüst vorgestellte Lösung für das Azubi-Ticket setzt aus Sicht von IHK NRW die richtigen Prioritäten: Azubis in allen Verkehrsverbünden können in Zukunft zu vergleich-baren Konditionen ein attraktives Monatsticket erwerben. Durch die vergünstigte Erweiterung auf ganz NRW erhöht sich über die Mobilität der Azubis auch über die heute noch starren Grenzen der Verkehrsverbünde – sowohl für Pendelstrecken als auch für Fahrten in der Frei-zeit.

Der Bedarf eines Azubi-Tickets liegt auf der Hand: In einer Umfrage der Industrie- und Han-delskammern in NRW im vergangenen Jahr, an der sich mehr als 7.600 Azubis und knapp 1.500 Betriebe beteiligt haben, sahen 76 % der befragten Unternehmen Handlungsbedarf beim ÖPNV-Angebot für Auszubildende. Viele Auszubildende sind auf ein attraktives Mo-nats- oder Jahresticket für Bus und Bahn angewiesen. In der Umfrage wünschten sie sich vor allem einen günstigeren Preis (77 %), und einen größeren Geltungsbereich (49 %).

Wichtig war aus Sicht der Auszubildenden und der Unternehmen aber auch eine bessere ÖPNV-Anbindung der Betriebe. 32 % der Azubis schätzten die Erreichbarkeit ihres Ausbildungsbetriebes mit Bus und Bahn als „schlecht“ oder „eher schlecht“ ein. In ländlichen Regionen lag der Anteil deutlich höher. Aufgrund der oft ungünstigen ÖPNV-Anbindung sollte ein Azubi-Ticket daher stets freiwillig bleiben.

Bei der nun vorgelegten Lösung muss sich noch zeigen, ob der Preis in Höhe von circa 80 Euro im Monat angesichts der finanziellen Möglichkeiten von Auszubildenden richtig ange-setzt ist.