Ausbildungsbotschafter: Berufsorientierung "auf Augenhöhe" - Eine Zwischenbilanz

• Mehr als 2.800 Auszubildende warben an Schulen für ihren Beruf

• Mehr als 45.000 Schüler wurden in den vergangenen zwei Jahren über 189 Ausbildungsberufe informiert

• Ausbildungsbotschafter-Kongress geplant

• “Ein unkonventioneller und gleichzeitig erfolgreicher Weg, Jugendliche für Ausbildungsberufe zu begeistern“

Zwei Jahre nachdem die ersten „Ausbildungsbotschafter“ an nordrhein-westfälischen Schulen für ihren künftigen Beruf warben, ziehen die Projektverantwortlichen bei der IBP IHK-Beratungs- und Projektgesellschaft nun eine erste positive Bilanz. Trotz der erst kurzen Laufzeit konnten bereits mehr als 2.800 Auszubildende als Botschafter für ihren Beruf geworben und geschult werden. An rund 500 Schulen erklärten sie vor Ort die Anforderungen und Karrierechancen ihrer Ausbildung und erreichten so mehr als 45.000 Schüler. „Diese unkonventionelle Art der Werbung für die duale Ausbildung hat sich als sehr erfolgreich erwiesen, da hier die Jugendlichen sozusagen auf Augenhöhe informiert werden“, sagt Dr. Ralf Mittelstädt, der Geschäftsführer der IBP IHK-Beratungs- und Projektgesellschaft. „Besonders erfreulich ist, wie hier Unternehmen, Schulen und das Land an einem Strang ziehen. Das eröffnet neue Perspektiven in der Werbung für die duale Ausbildung.“

Jahr für Jahr bleibt in Nordrhein-Westfalen eine fünfstellige Zahl von Ausbildungsplätzen unbesetzt. Zeitgleich bleiben ähnlich viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Ein Grund hierfür ist, dass sich ein großer Teil der Berufsstarter im dualen System auf nur eine Hand voll Ausbildungsberufe konzentriert. Dabei gibt es allein in den Bereichen Industrie, Handel, Dienstleistungen und Handwerk insgesamt etwa 280 Ausbildungsberufe. Viele dieser Berufe sind den Jugendlichen jedoch nicht bekannt. In der durch das nordrhein-westfälische Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie den Europäischen Sozialfonds geförderten Initiative „Ausbildungsbotschafter“ machen die IHKs und HWKs auf viele spannende Berufe aufmerksam.

Seit Anfang 2015 schwärmen Ausbildungsbotschafter in die Schulen Nordrhein-Westfalens aus. Ihr Vorteil: Als Auszubildende können sie den Schülerinnen und Schülern ihre Berufsbilder aus erster Hand und vor allem auf Augenhöhe vorstellen. Geschult werden die jungen Auszubildenden von eigens hierfür beschäftigten Koordinatorinnen und Koordinatoren in den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern des Landes. Die Unternehmen selbst leisten ihren Beitrag, indem sie die Auszubildenden für ihre Schuleinsätze und die Schulungen während der Arbeitszeit freistellen. Die Schulen bauen die Besuche der Ausbildungsbotschafter in ihre Unterrichtspläne ein. So leistet in der Initiative Ausbildungsbotschafter jeder seinen Beitrag.

Trotz der erreichten Zahlen verbleibt nach wie vor ein großes Potenzial: Von den 5.450 Schulen im Land wurden bisher erst knapp zehn Prozent erreicht. Im Jahr 2018 soll deshalb der Fokus auf der Gewinnung von weiteren Schulen liegen, unter anderem mit Hilfe eines großen Ausbildungsbotschafter-Kongresses. Auf Seiten der Auszubildenden möchten die Projektverantwortlichen gezielt Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher sowie Geflüchtete für die Tätigkeit als Ausbildungsbotschafter gewinnen.

Die Projektleitung für die Ausbildungsbotschafter liegt bei der IBP IHK-Beratungs- und Projektgesellschaft. Ihr Geschäftsführer Dr. Ralf Mittelstädt: „Mit diesem erfolgreichen Projekt wollen wir auch zukünftig dazu beitragen, mehr junge Menschen für die duale Ausbildung zu gewinnen und die Lücke zwischen unversorgten Jugendlichen und unbesetzten Ausbildungsplätzen zu verringern."