Anspannung steigt - IHK NRW und MWIDE stellen Einschätzung zur Konjunkturentwicklung in NRW vor

Aktuell steigt in weiten Teilen der NRW-Wirtschaft die Anspannung. Viele Unternehmen fragen sich, ob in NRW, ob in Deutschland die Konjunktur vor einer tiefergreifenden Wende steht? Zunächst die beruhigende Botschaft: Noch ist die Konjunktur in Nordrhein-Westfalen stabil. Aber die Sorge vor einer deutlicheren konjunkturellen Abkühlung ist nicht von der Hand zu weisen. Derzeit sieht es aber noch nicht so aus, als ob wir tatsächlich auch vor einer Wende (hin zu einem Abschwung) im Konjunkturverlauf stehen. Hierfür drei Gründe:

  1. Die Geschäftslage ist weitgehend stabil: Zwar beurteilen die Unternehmen ihre Geschäftslage aktuell nicht mehr so gut, wie noch zu Jahresbeginn oder im Vorjahr. Doch sind noch 43 Prozent zufrieden, weitere 47 Prozent geben der eigenen Geschäftsentwicklung noch ein befriedigend. Das ist im langjährigen Vergleich immer noch eine sehr gute Lagebewertung.
  2. Die Beschäftigungsplanungen sind expansiv: 23 Prozent der von uns befragten 3.500 Unternehmen wollen weiter einstellen, lediglich 14 Prozent planen mit weniger Beschäftigten. Dies gilt für allem u.a. in der Gesundheitswirtschaft sowie bei IT- und anderen unternehmensbezogenen Dienstleistern, schlechter sind die Beschäftigungsaus-sichten in verschiedenen, wenn auch nicht allen Industriebranchen. Zurückhaltender sind zum Beispiel die Betriebe der Metallerzeugung und -verarbeitung oder auch in der Automotivebranche. Mehr als fraglich ist allerdings, ob die positiven Beschäftigungs-planungen auch tatsächlich zu Einstellungen führen; zum Problem der Fachkräfte-sicherung später noch mehr.
  3. Die Investitionsplanungen sind stabil und nicht im Krisenmodus: Trotz der nachlassenden Dynamik plant etwa ein Drittel der befragten Unternehmen (30 Prozent) mit steigenden, lediglich 18 Prozent mit sinkenden Investitionsbudgets. Das nach wie vor günstige Zinsniveau wirkt investitionsunterstützend. Wie zu erwarten, dient der über-wiegende Teil der Investitionen am Standort NRW dem Ersatzbedarf (62 Prozent). Aber auch die Planungen zur Kapazitätsausweitung sind nur leicht rückläufig (30 Prozent). Würde eine deutlichere Eintrübung bevorstehen, wäre eine stärker auf Konzentration (Rationalisierung) ausgerichtete Investitionsplanung zu erwarten.

Sorge vor einer fundamentalen Wende in der NRW-Wirtschaft müssen wir uns derzeit daher (noch) nicht machen.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

Die gemeinsame Pressemitteilung des Landes und von IHK NRW finden Sie hier.